Die Schlüsselressourcen für Energiesicherheit, KI-Revolution und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit heißen Kupfer, Lithium, Nickel, Grafit, Kobalt und seltene Erden.
Geht es um diese sechs strategischen Rohstoffe, nimmt Lateinamerika eine führende Position ein. Die Region erzielt mit ihrer Minenproduktion bereits heute einen Marktwert von rund 100 Milliarden US-Dollar (US$), wie Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen. Damit liegt der Subkontinent vor allen anderen Regionen und großen Bergbauländern wie Indonesien, China und Australien – und wird die Spitzenposition auch bis 2040 halten, so die IEA in ihrem Global Critical Minerals Outlook 2025.
Die Projektpipeline zwischen Mexiko und Feuerland ist prall gefüllt. Das zeigt eine GTAI-Analyse vom Oktober 2025, die sich mit dem Rohstoffsektor im Allgemeinen befasst. Ausländisches Kapital konzentriert sich angesichts erwarteter Knappheiten und großer Vorkommen kritischer Mineralien zunehmend auf den Subkontinent. Die wichtigsten Investoren kommen aus Kanada, dem Vereinigten Königreich, China und Australien.
Inhalt der GTAI Seite:
- Kupfer ist Lateinamerikas Trumpf, aber nicht allein
- Mehr Brownfield als Greenfield in der Umsetzung
- Umworbener Partner bei der Rohstoffsicherung
- Vom Rohstoffexport zur industriellen Weiterverarbeitung
- Deutsche Unternehmen in Lateinamerikas Bergbau
- Potenziale wiegen manche Schwächen auf
Unterstützung für deutsche Unternehmen
Das Deutsche Bergbau- und Rohstoffnetzwerk unterstützt Unternehmen beim Markteintritt, etwa bei der Identifizierung von Geschäftspartnern oder den regulatorischen Rahmenbedingungen. In Lateinamerika bestehen dafür spezielle Kompetenzzentren, die bei den Auslandshandelskammern (AHK) in Brasilien, Chile und Peru angesiedelt sind.
Das Bundeswirtschaftsministerium bietet im Rahmen des Markterschließungsprogramms erstmals B2B‑Rohstofftouren ins Ausland an, um Lieferketten zu sichern und zu diversifizieren. Sie richten sich an Unternehmen, die sich als Abnehmer, Technologieanbieter oder Investoren an Projekten beteiligen wollen. Im Fokus stehen marktreife Vorhaben und der Abschluss von Offtake‑Agreements. Erste Reisen führen im 4. Quartal 2026 nach Australien und Südafrika.
Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe
Seit 2015 unterstützt die AHK Peru (gefördert vom BMWE) die Umsetzung des Rohstoffabkommens zwischen Peru und Deutschland.
Das deutsch Peruanische Kompetenzzentrum dient als Plattform für ein künftiges Engagement der deutschen Zulieferwirtschaft auf allen Stufen der Rohstoffgewinnung und –aufbereitung. Für die deutschen rohstoffverarbeitenden Unternehmen eröffnet sie Chancen für die Diversifizierung ihrer Rohstoffquellen.