Laut den von der AHK Peru aufbereiteten Statistiken der peruanischen Zollbehörde (Veritrade) beliefen sich die peruanischen Exporte nach Deutschland zwischen Januar und Juni 2026 auf 508,4 Mio. US-Dollar, während die Importe aus Deutschland 752,3 Mio. US-Dollar erreichten. Das gesamte bilaterale Handelsvolumen lag damit 2,3 % unter dem Wert des gleichen Zeitraums 2025, als es 1.289,8 Mio. US-Dollar betrug. Der Rückgang der peruanischen Exporte um 21,1 % wurde größtenteils durch den Anstieg der Importe aus Deutschland um 16,6 % ausgeglichen. Die Handelsbilanz verschlechterte sich somit von einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis (-0,6 Mio. US-Dollar) zu einem Defizit von 243,9 Mio. US-Dollar für Peru.
Deutschland: wichtiger Markt für das peruanische Exportangebot
Die Struktur der peruanischen Exporte nach Deutschland konzentriert sich weiterhin auf Bergbau, Landwirtschaft und Fischerei. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 58 % der Exporte auf den Bergbau, gefolgt von Landwirtschaft (19,4 %), Fischerei (15,2 %), Textilien (3,7 %), Chemie (3 %) und Sonstigem (0,7 %).
Zu den wichtigsten Exportprodukten zählten:
- Kupfererze und ihre Konzentrate (229 Mio. US-Dollar).
- Fischmehl und Fischpellets (73 Mio. US-Dollar).
- Kaffee (34,8 Mio. US-Dollar).
- Zinkerze (26,6 Mio. US-Dollar).
- Rohzink (20,9 Mio. US-Dollar).
Der Rückgang der Exporte gegenüber dem Vorjahr (-136,2 Mio. US-Dollar) ist hauptsächlich auf geringere Ausfuhren von Kupfererzen (-111,8 Mio. US-Dollar), Kaffee (-19,1 Mio. US-Dollar) und Zinkerzen (-15,9 Mio. US-Dollar) zurückzuführen. Teilweise ausgeglichen wurde dies durch den Anstieg bei Fischmehl und Fischpellets (+32,4 Mio. US-Dollar). Dennoch lagen die Exporte 2026 um 20,6 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2024 (421,4 Mio. US-Dollar).
Auch agroindustrielle Erzeugnisse und Fertigwaren wie gefrorene Mangos, getrocknetes Gemüse und Bekleidung sind weiterhin auf dem deutschen Markt vertreten.
Deutsche Technologie und Industrie treiben die peruanischen Importe an
Die Importe aus Deutschland spiegeln den technologischen und industriellen Charakter der deutschen Wirtschaft wider. Die wichtigsten Warengruppen sind Maschinen und elektrische Ausrüstungen (35,2 %), die chemische Industrie ohne pharmazeutische Erzeugnisse (16,1 %), die Automobilbranche (13,8 %), Mess-, Medizin- und optische Technik (10,6 %) sowie die pharmazeutische Industrie (8,2 %).
Zu den wichtigsten importierten Gütern zählen schwere Nutzfahrzeuge, Sattelzugmaschinen, Arzneimittel, Diagnose- und Laborreagenzien, spezialisierte medizinische Geräte und Hybridfahrzeuge.
Starkes Wachstum des bilateralen Handels im Jahr 2025
Die Statistiken für das Gesamtjahr 2025 zeigen eine besonders positive Entwicklung der Handelsbeziehungen. Nach Angaben der peruanischen Zollbehörde erreichten die peruanischen Exporte nach Deutschland 1.402 Mio. US-Dollar, was einem Wachstum von 50 % gegenüber 2024 (933 Mio. US-Dollar) entsprach. Die Importe aus Deutschland beliefen sich ihrerseits auf 1.388 Mio. US-Dollar und stiegen damit um 15 % (1.207 Mio. US-Dollar im Jahr 2024). Insgesamt erreichte das bilaterale Handelsvolumen 2.790 Mio. US-Dollar und lag damit 30,4 % über dem Wert von 2024 (2.140 Mio. US-Dollar).
Dabei ist zu beachten, dass die peruanischen Statistiken den Bestimmungshafen erfassen und daher Waren, die Deutschland über Drittländer wie die Niederlande oder Spanien erreichen („Rotterdam-Effekt“), nicht berücksichtigen. Laut DESTATIS überstiegen die deutschen Importe aus Peru im Jahr 2025 den Wert von 2.100 Mio. US-Dollar.
Deutschland war 2025 außerdem das 14. wichtigste Zielland peruanischer Exporte (1,5 % der Gesamtexporte) und das siebtwichtigste Herkunftsland peruanischer Importe (2,3 % der Gesamtimporte und das ranghöchste europäische Land). Dies bestätigt seine Bedeutung als Wirtschafts- und Handelspartner.
Eine Beziehung mit großem Wachstumspotenzial
Die AHK Peru betont, dass die Komplementarität beider Volkswirtschaften erhebliche Chancen für eine vertiefte Zusammenarbeit in Bereichen wie nachhaltiger Bergbau, Agrarindustrie, technologische Innovation, Infrastruktur, Gesundheit, Energiewende und grüner Wasserstoff bietet.
Auch die Stärkung nachhaltiger Lieferketten und die wachsende europäische Nachfrage nach höherwertigen Produkten eröffnen peruanischen Unternehmen, die in den deutschen Markt eintreten oder dort expandieren möchten, neue Möglichkeiten.