Der Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus treffen deutsche Unternehmen an ihren internationalen Standorten hart. Über 4.500 auslandsaktive Unternehmen haben sich im Frühjahr 2026 an der Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) beteiligt – mit ernüchternden Ergebnissen: Die Konjunkturerwartungen rutschen deutlich ins Minus. Energiepreise steigen rasant, Lieferketten sind gestört, die Nachfrage bleibt unsicher.
Die Unternehmen reagieren mit Zurückhaltung: Investitionen werden gekürzt, Personalplanungen fallen vorsichtiger aus. Gleichzeitig passen die Betriebe ihre Strategien an und setzen zunehmend auf Diversifizierung von Lieferanten, Erschließung neuer Absatzmärkte und verstärkte lokale Produktion.
Wesentliche Ergebnisse auf einen Blick
Konjunkturerwartungen
- 21 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer besseren Konjunktur (Herbst 2025: 26 Prozent)
- 32 Prozent erwarten eine Abschwächung (Herbst 2025: 24 Prozent)
- Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen sinkt von plus 2 auf minus 11 Punkte und liegt merklich unter dem Durchschnittswert von plus 1 Punkt
Geschäftslage
- 39 Prozent der Unternehmen stufen ihre Geschäftslage als gut ein, 13 Prozent als schlecht
- Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen steigt von 25 auf 26 Punkte
- Die aktuelle Geschäftslage liegt weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt (33 Punkte)
Geschäftserwartungen
- 43 Prozent rechnen mit besseren Geschäften (Herbst 2025: 44 Prozent)
- 15 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus (Herbst 2025: 10 Prozent)
- Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen sinkt von 34 auf 28 Punkte und liegt wieder unter dem langjährigen Durchschnitt von 33 Punkten
Geschäftsrisiken (Mehrfachnennungen möglich)
- 46 Prozent nennen hohe Energiepreise (Herbst 2025: 19 Prozent, langjähriger Schnitt: 30 Prozent)
- 44 Prozent sehen Nachfragerisiken (Herbst 2025: 47 Prozent)
- 40 Prozent sind besorgt wegen Lieferkettenstörungen (Herbst 2025: 20 Prozent) - Verdoppelung
- 37 Prozent nennen steigende Rohstoffpreise (Herbst 2025: 21 Prozent)
Investitionsabsichten
- 31 Prozent planen höhere Investitionen (Herbst 2025: 29 Prozent)
- 22 Prozent wollen ihren Kapitaleinsatz reduzieren (Herbst 2025: 16 Prozent)
- Der Saldo sinkt von 13 auf 9 Punkte und liegt damit unter dem langjährigen Durchschnitt (14 Punkte)
Beschäftigungsabsichten
- 31 Prozent planen, ihren Personalbestand zu erhöhen
- 16 Prozent rechnen mit einem Rückgang
- Der Saldo aus steigenden und sinkenden Beschäftigungsabsichten verschlechtert sich leicht von 16 auf 15 Punkte und bleibt unter dem langjährigen Durchschnitt von 21 Punkten