Lateinamerikas Agrarproduktion bleibt auf Wachstumskurs

14.06.18 AHK Peru - News-Hauptkategorie, Global AHK News, Global News

Lateinamerika ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Speisekammer der Welt geworden. Die Wachstumsaussichten für Produzenten und deren Zulieferer bleiben positiv. Zwar sind die Exportpreise gegenüber den Boomjahren gefallen. Doch die wettbewerbsfähigen Südamerikaner setzten neben Flächenwachstum auf die Steigerung der Produktivität durch eine rasch fortschreitende Digitalisierung des Anbaus. Erforderlich sind zudem Investitionen in die Verbesserung der Transportinfrastruktur.

Anders als die meisten anderen Regionen der Welt verfügt Lateinamerika über ausreichende Süßwasservorkommen und Potenzial für eine Erweiterung der Anbauflächen. Viele Länder Lateinamerikas verdienen im Agrarsektor die Devisen, die sie zur Finanzierung ihrer Defizite im Außenhandel mit Industriewaren benötigen. Brasilien und Argentinien sind weltweit die Volkswirtschaften mit den höchsten Überschüssen im Außenhandel mit Nahrungsmitteln.

Auch in Peru bietet der Agrarsektor vielfältige Wachstumschancen. Gerade im Vergleich zum Nachbarland Chile ist das Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Während die Herstellung klassischer Exportschlager wie Kaffee und Kakao unter mangelhafter Infrastruktur und geringen Investitionen leiden, entwickeln sich neue Sparten wie die Erzeugung von Bioprodukten und Spezialitäten (Quinoa) sehr dynamisch. Perus Exporte von Früchten - unter anderem Avocados, Mangos und Blaubeeren - stiegen 2017 um 20 Prozent auf mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Neben dem Export gewinnt der aufgrund steigender Einkommen kräftig wachsende Inlandskonsum an Bedeutung. Für die Ausweitung der Anbauflächen setzt das Land auf die Verbesserung der Bewässerungstechnik in Wüstenregionen, vornehmlich durch wassersparende Tropfbewässerung.