Für Lateinamerikas Infrastrukturausbau sind PPP gefragt

24.05.18 AHK Peru - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News

Die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank hat den Ausbau der Infrastruktur in Lateinamerika als klare Priorität definiert. Auf ihrer Jahrestagung Ende März 2018 wurde diskutiert, wie künftig die Finanzierung hierfür gestemmt und Investoren mobilisiert werden können. Weitere prominente Themen waren Produktivitätsdefizite, Digitalisierung der Arbeitswelt und Klimawandel. Die Bank setzt auf internationale Partnerschaften, auch mit der Asiatischen Infrastruktur Investitionsbank. (Internetadressen)

Beim Annual Meeting der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank (IDB) kamen vom 22.03. bis 25.03.2018 Vertreter der 48 Mitgliedsländer sowie das Management der Bank in Mendoza, Argentinien, zusammen, um über strategische Fragen zu entscheiden. Die in Washington ansässige Bank ist die wichtigste multilaterale Finanzierungsinstitution für Entwicklungsprojekte in Lateinamerika. Neben institutionellen Fragen dienten die Veranstaltungen im Rahmen der Tagung zur Analyse ökonomischer und sozialer Stärken und Schwächen der Region und der Diskussion von Handlungsoptionen.

Urbanisierung in Zeiten des Klimawandels gestalten
Angesichts einer Urbanisierungsrate des Kontinents von 80 Prozent (2016) nahm die Konferenz vor allem nachhaltige Mobilität und Klima-Resilienz in den Blick. Klimaanpassung und Minderung stehen hoch auf der Agenda der Bank; der 2016 verabschiedete Climate Change Action Plan beinhaltet das Ziel, den Anteil klimarelevanter Finanzierungen bis 2020 auf 30 Prozent zu erhöhen. Wie sich resiliente Infrastruktur vor allem in Küstenstädten aufbauen lässt, wurde am Beispiel von Panama Stadt diskutiert. Die Vizebürgermeisterin erklärte, wie die Stadt die starke Versiegelung der Küstenfläche reduzieren und Renaturierung vorantreiben will.

Als Erfolgsgeschichte für städtische Mobilität stellten die Bürgermeister von Buenos Aires und Quito den Metrobus vor. Diese Bussysteme mit speziellen Fahrbahnen haben sich als Alternative zu teuren U-Bahn-Bauten in vielen lateinamerikanischen Ländern bewährt. Quitos Bürgermeisterin präsentierte ihr Gesamtkonzept, um den Nahverkehr erreichbar, erschwinglich und sicher zu gestalten. Dabei würde besonders auch auf die Bedürfnisse von Frauen geachtet: Die Stadt hat in den Bussen ein SMS-basiertes Sofortmelde- und Eingreifsystem für Übergriffe eingeführt.

Vielfältige Zusammenarbeit mit Unternehmen
Die IDB befasst sich mit Unternehmen derzeit weniger als klassische Auftragnehmer im Rahmen von Entwicklungsprojekten, sondern meist als Investoren für Infrastrukturinitiativen oder als Partner für Sonderthemen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich die Geschäftschancen für deutsche Lieferanten und Consultants verringern. Da die Bank für 2018 erneut eine Ausweitung des Ausleihvolumens anstrebt, erhöht sich auch das Budget, aus dem die ausleihenden Mitgliedsländer Aufträge vergeben können. Finanzierungen für Investitionen in der Region wird IDB Invest an kleine und mittlere Unternehmen künftig jedoch nicht mehr direkt vergeben, sondern nur noch über Finanzintermediäre. (DONE)