Einführung und Hintergrund


Eine sichere, langfristige und bezahlbare Rohstoffversorgung ist für den Industriestandort Deutschland von herausragender Bedeutung. Trotz der in den letzten zwei Jahren rückläufigen Weltmarktpreise bestehen weiterhin zahlreiche Preis- und Lieferrisiken auf den Rohstoffmärkten. Diese betreffen auch Rohstoffe, bei denen Deutschland in hohem Maße importabhängig ist. Die Risiken können durch gezielte Unternehmensstrategien minimiert werden. Hierzu zählen neben der Steigerung des effizienten Einsatzes von Rohstoffen und der Diversifizierung der Rohstofflieferquellen die Rückintegration von Fertigungsstufen, die vormals an Zulieferer ausgelagert waren.

Die Bundesregierung hat mit den internationalen Länderkooperationen und mit der Gründung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Maßnahmen getroffen, um Unternehmen bei der Rohstoffsicherung und Partnerländer bei der Entwicklung eines nachhaltigen Bergbausektors zu unterstützen. Diese Maßnahmen basieren auf der Deutschen Rohstoffstrategie, die im Jahr 2010 von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Die Strategie verbindet sowohl außenpolitische und wirtschaftliche als auch ökologische und entwicklungspolitische Ziele. Sie ist damit eine der ersten nationalen Rohstoffstrategien weltweit.

Der Bergbau in Peru hat - wie in Deutschland - eine lange Tradition. Das Land ist eines der rohstoffreichsten Länder Südamerikas, mit einem großen Reichtum insbesondere an mineralischen Rohstoffen. Bei einigen wirtschaftlich bedeutenden metallischen Rohstoffen wie Silber, Kupfer, Zinn und Zink, aber auch bei Blei und Molybdän zählt Peru weltweit zu den vier größten Förderländern. Für Deutschland ist Peru daher ein wichtiger Lieferant dieser Rohstoffe und Exportmarkt für Bergbau- und Umwelttechnologien. Im Jahr 2012 wurden Güter im Wert von insgesamt 1,5 Mrd. Euro aus Peru nach Deutschland importiert. Rund 815 Mio. Euro davon waren Importe von mineralischen Rohstoffen, insbesondere NE-Metalle. Auf der anderen Seite betrugen die Ausfuhren deutscher Produkte nach Peru für das Jahr 2012 etwa 1,0 Mrd. Euro. Der überwiegende Teil entfällt hierbei auf Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge, Elektrotechnik sowie Mess- und Regeltechnik. Viele dieser Produkte werden im Bergbau eingesetzt.

Peru wurde durch das „Bloomberg Markets Magazine“ 2013 als das viertattraktivste Schwellenland für Investitionen eingestuft - hinter der VR China, Korea (Rep.) und Thailand. Der Bergbau konnte 2012 rund 24,5% der ausländischen Direktinvestitionen auf sich vereinen und ist damit die treibende Kraft des Wachstums der peruanischen Wirtschaft, deren Volumen sich seit 2002 verdoppelt hat. Auch in den kommenden Jahren wird tendenziell ein Wachstum des Rohstoffsektors in Peru erwartet. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass deutsche Unternehmen von der Entwicklung profitieren können. Gute Geschäftsmöglichkeiten bestehen insbesondere in den Bereichen bergbau- und umweltbezogener Dienstleistungen, von der Exploration und Förderung über die Auf- und Weiterverarbeitung von Rohstoffen bis hin zum Ausbau der Infrastruktur inklusive Wassermanagement und Stromversorgung.

Die vorliegende Studie ist ein gemeinsames Produkt der Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Peru), der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) und von Germany Trade & Invest (GTAI). Sie bietet Informationen über den derzeitigen Zustand des peruanischen Rohstoffsektors und die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Engagement im Land.

 

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Rocío Villaran

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